Jonny Lang: ein Zeichen vom Ausnahmekünstler

Nach vier Jahren mit "Signs" ein Zeichen gesetzt: Jonny Lang
Nach vier Jahren mit "Signs" ein Zeichen gesetzt: Jonny Lang

Es ist das erste Album seit vier Jahr: Jonny Lang hat endlich – am 01.09.2017 sein neues Studioalbum „Signs“ via Provogue/Mascot Label Group veröffentlicht. Vorab soviel: Der Ausnahmekünstler und 3-fache Vater bleibt sich treu und setzt besondere Bluesakzente mit seinem neuen Werk.

 

Der Opener „Make It Move“, der an eine verruchte Spelunke erinnert, erzählt davon, wie Lang sich zum Berg aufmacht, anstatt darauf zu warten, dass dieser zu ihm kommt. „Es gab Zeiten in meinem Leben in denen ich dachte, dass sich die Dinge von selbst erledigen würden. Stattdessen hätte ich mich selbst darum kümmern müssen.“, erklärt der Mitdreißiger aus North Dakota. „Proaktiv zu sein war lange meine Achillesverse und der Song handelt davon, von sich aus etwas ins Rollen zu bringen.“

 

Kaum zu glauben, dass Jonny Lang mit gerade einmal 36 Jahren auf eine über 20-jährige Karriere zurückblicken kann. Mit 15 veröffentlichte er – das „Blues-Wunderkind“ damals schon mit der Stimme eines schon lebenserfahrenen Mannes – sein mit Platin ausgezeichnetes Debüt – ein Alter, in dem viele junge Leute erst damit beginnen, überhaupt ein Instrument zu spielen. „Lie To Me“ (1997) offenbart ein Talent, welches das einer Reihe von Blueswunderkindern seiner Generation weit übertraf. Er versuchte sich gar nicht erst daran, klassische Blueslicks einfach nur wieder aufzuwärmen. Selbst in so jungen Jahren war Lang bereits ein kompromissloser, vollendeter Künstler mit eigenem Stil. 

 

Auch seine Stimme, die damals schon der eines verwitterten Soulsängers glich, unterschied ihn von vielen seiner Mitstreiter. Die Erfahrungen, die er seitdem in seinem Leben gesammelt hat, zeichnete er anschließend auf fünf durchweg exzellenten Platten auf.

Jonny Lang (Foto: Daniella Hovsepian)
Jonny Lang (Foto: Daniella Hovsepian)

Der anfangs bluesige Sound, beeinflusst von Albert Collins, B. B. King und Buddy Guy, entwickelte sich seitdem zu einem modernen R&B-Stil, näher an Stevie Wonder, und zeitgenössischem Gospel. Langs Erkennungsmerkmal, die bluesgetränkten Licks, sind auf jedem seiner Alben zu hören, aber dennoch nur ein Element in einem Meer leidenschaftlich gesungener und straff arrangierter Songs.

 

„Signs“ ist nicht einfach nur eine Rückkehr zu den gitarrenbasierten Wurzeln des Künstlers, sondern der Inbegriff eines noch natürlicheren Sounds. Lang stützt sich nicht nur auf seine musikalischen Fertigkeiten, sondern holt den Geist des früheren Blues zurück, als die Gitarren hauptsächlich noch aus Front- und Center-Lautsprechern zu hören war. „Viele meiner früheren Einflüsse wie Robert Johnson und Howlin‘ Wolf kamen wieder an die Oberfläche.“, berichtet er. „Doch erst jetzt habe ich bemerkt, wie rau und ungeschliffen das Zeug eigentlich klingt. Es juckte mich in den Fingern, selbst einmal so zu spielen und das hört man auch in den Songs. Dennoch habe ich nicht ausschließlich nur Bluessongs geschrieben.“

 

Das Album enthält Funk-, Rock- und Blueselemente und wird von Langs markantem Spiel, Gesang und Texten umrahmt. Letztere thematisieren unter anderem persönliche Stärke und Selbstbestimmung. „Einige der Songs sind zwar autobiographisch, doch mein Hauptziel lag darin, den Zuhörern den Weg zu vermitteln, den ich einst selbst gegangen bin.“, fügt Lang hinzu. „Wenn ich das nicht mit meinen eigenen Erfahrungen geschafft habe, nutze ich eben meine Fantasie um diese Lücken zu füllen.“

 

„Signs“ wurde von Lang, Drew Ramsy und Shannon Sanders produziert. Mit Josh Kelly schrieb er „Bring Me Back Home“. „Josh und ich schrieben sechs oder sieben Songs zusammen und hatten einen Mordsspaß dabei. Ich weiß noch nicht, warum und wofür ich mir die anderen aufhebe, doch diesen wollte ich definitiv auf dem Album haben.“

 

Sowohl Fans, die Jonny Langs leidenschaftliches Gitarrenspiel verehren als auch jene, die ihn als ehrlichen und passionierten Songwriter schätzen, werden bei „Signs“ auf ihre Kosten kommen. Obwohl der den Purismus schon lange hinter sich gelassen hat, ist seine Hingabe an den Blues und das Gitarrenspiel offensichtlich. Dennoch hat der sympathische Künstler seinen modernen Anspruch, der ihn erst zu einem so einzigartigen Gitarristen gemacht hat, nie geopfert. Sein Stil mit der Wurzel im Blues bleibt immer speziell!

 

Tracklisting

01.

Make It Move

02.

Snakes

03.

Last Man Standing

04.

Signs

05.

What You’re Made Of

06.

Bitter End

07.

Stronger Together

08.

Into The Light

09.

Bring Me Back Home

10.

Wisdom

11.

Singing Songs

 

Und hier könnt ihr JL in Kürze sehen:

21.10.17         NL-Utrecht, Tivoli (Ramblin’ Roots Festival)

22.10.17         NL-Zwolle, Hedon

23.10.17         Köln, Gloria

25.10.17         Berlin, Columbia Club

27.10.17         Hamburg, Mojo

14.11.17         A-Wien, Porgy & Bess


Und hier ein Anspieler für euch “Stronger Together: https://youtu.be/aMtsHhKndyo

 
Uuuund “Bitter End“: https://youtu.be/0HdOwHinD1A 

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